Die Digital Natives ziehen in den Krieg

Politics & Society
re:publica 2013

Kurzthese: 

Der – sehr deutsche – Glaube, die sozialen Netzwerke seien vor allem basisdemokratisch und friedlich, ist eine Schimäre. Aber was bedeutet das? Und vor allem: Wie schließt man Frieden im Social Web?

Beschreibung: 

Das Social Web wird zum Kriegsgebiet – nicht metaphorisch, sondern ganz real: Die israelischen Streitkräfte stellen das Video eines Raketenangriffs auf einen Hamas-Führer binnen Stunden auf YouTube ein;  Soldatinnen posieren im Kampfanzug auf Instagram, die Heckler&Koch-Facebook-Seite in den USA hat mehr als 100.000 likes („Happiness is a belt-fed gun“) und in Afghanistan liefern sich ISAF und Taliban Wortgefechte auf Twitter.Für die Digital Natives sind soziale Medien ein selbstverständlicher Bestandteil ihres Lebens, und wenn sie in den Krieg ziehen, zeigt sich das in ihren Social Media-Kanälen. Genau dort agieren auch die institutionellen Kriegsparteien. Dabei nutzen sie die spezifischen kulturellen Codes und Techniken der Netzwerke. Sie gamifizieren die Propaganda und ästhetisieren die Kriegsbilder. It´s a beautiful war! Einzelne Soldaten und Einheiten wiederum nutzen die gleichen technischen Gadgets wie die Zivilbevölkerung. Der Kommandokämpfer wird zum Vertreter einer kriegerischen digitalen Boheme, der sich nur durch den Gegenstand seiner Arbeit vom Hipster in Berlin unterscheidet.

stage 2
Mittwoch, 8. Mai 2013 - 13:45 bis 14:45
Deutsch
Vortrag
Beginner