Wir dürfen nicht aufgeben!

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netzpolitik.org founder Markus Beckedahl

Markus Beckedahl, Gründer von netzpolitik.org und von der re:publica, warnt zu Beginn der Konferenz davor, die digitale Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft allein der Politik und der Industrie zu überlassen.

Die Reihen sind gut gefüllt, das Interesse ist erwartungsgemäß groß. Markus Beckedahl tritt ans Rednerpult, beginnt mit einem leisen "Hallo" und holt mit umso lauterer Stimme zum Jubiläums-Rundumschlag aus: Ein Rückblick auf netzpolitische Debatten der vergangenen Jahre, ein Ausblick auf mögliche Themen der Zukunft und am Ende Tipps für den Einzelnen und die Einzelne, damit die Entwicklung in eine Richtung verläuft, die für BürgerInnen und VerbraucherInnen wünschenswert ist.

Vorratsdatenspeicherung, Netzneutralität, Snowden-Enthüllungen – Beckedahl rekapituliert die wichtigsten Themen, die die Netzpolitik in der Vergangenheit beschäftigt haben und die auch in der Gegenwart immer wieder aufkommen. Deutlich kritisiert er die Arbeit der Bundesregierung: "Die digitale Agenda ist unterambitioniert", sagt er.

Auch mit Blick auf die Zukunft warnt Beckedahl davor, die digitale Entwicklung allein der Politik und der Industrie zu überlassen. "Wir müssen uns anschauen dürfen, wie unsere Geräte funktionieren, sie selbst reparieren können und anderen davon erzählen dürfen", sagt er. Das Leben basiere immer mehr auf Entscheidungen von Algorithmen, und man müsse nachvollziehen können, wie diese Entscheidungen getroffen werden. Im Hintergrund erscheint ein Meme mit dem Text: "Internet der Dinge ist, wenn dein Toaster mit Bitcoins seine Schulden bei deinem Kühlschrank abbezahlt."

Abschließend fordert Beckedahl seine ZuhörerInnen auf, sich bewusst für Anbieter zu entscheiden, die den Datenschutz berücksichtigen, ebenso auch sollten sie Open-Source-Projekte unterstützen und für diese spenden. “Wir haben das offene Netz lieben gelernt, aber wir sind gerade dabei, es zu verlieren”, appelliert er. “Setzt euch bitte mit uns dafür ein, dass wir es behalten.”

Foto: re:publica/Gregor Fischer (CC BY 2.0)

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