Die Zukunft des Journalismus: Public Value Journalism

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Do your research overseas! Credit: Karen Cox "typewriter on beach vignette" (CC BY-ND 2.0) http://bit.ly/1JEhcn9

Um nichts weniger als die Zukunft des Journalismus geht es bei unserer Subkonferenz Public Value Journalism, bei der wir gemeinsam mit der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) Diskussionen lostreten wollen.

Wie in den Jahren zuvor richten wir wieder mit der Bundeszentrale für politische Bildung eine eigene Subkonferenz aus, zuletzt zum Schwerpunkt "Überwachtes Netz" 2014. Im Rahmen der #rp15 nehmen wir uns diesmal das Thema "Journalismus und öffentlicher Auftrag" vor. Da bei stellen wir euch neue Formate zur Verbreitung der journalistischen Inhalten vor, Voraussetzung wie Grundlage ist dabei die Meinungsfreiheit.

Dabei geht es selbstverständlich auch um den Netz-Journalismus. Das Thema ist wie immer aktuell und brisant, denn neben der ständigen Debatte um den Graben zwischen analogen und digitalen Medien haben sich unbekümmert neue Formate und Modelle herausgebildet, die es zu betrachten gilt: Startups wie Krautreporter, Der Sender oder Correct!v machen es vor.

So sind bekanntermaßen viele auf der Suche nach neuen Geschäftsmodellen, doch "Braucht es [auch] eine Non-Profit-Medienlandschaft?". In der gleichnamigen Session diskutieren Vertreter von Der Sender, Deutschlands erstem genossenschaftlichen Sender, mit Günther Bartsch von netzwerk recherche e.V. über Alternativen für die Medienindustrie.

Spannend daher der Ansatz der Leserfinanzierung von Medien. In dem Panel zu "Crowdfunding im Journalismus" untersuchen wir verschiedene Modelle, fragen nach den Erfahrungen und untersuchen, ob es neben der Finanzierung noch weitere Effekte – wie eine inhaltliche oder organisatorische Einbindung – geben könnte, die sich auch auf den klassischen Journalismus übertragen lassen. Journalisten von Krautreporter, Netzpolitik.org, Correct!v und der taz – Die Tageszeitung berichten aus ihrem Alltag.

Ein besonderes Highlight der Public Value Journalism-Unterkonferenz ist die Session von Nonny de la Peña, der "Patin der Virtual Reality" (mehr zu ihrer Person in unserem Portrait hier). Die Harvard-Absolventin wird ihre Methode des "immersiven Journalismus" vorstellen. Diese neue journalistische Art des nichtfiktionalen Storytellings hat sie entwickelt und maßgeblich geprägt. Durch den Nachbau von Situationen in einer virtuellen 3D-Welt werden diese zu einer fühlbaren Erfahrung – ob das nun eine Bombenexplosion auf der Straße in Syrien ist oder Folter. Dies wirft eine ganz neue ethische Dimension auf, mit der sich Nonny de la Peña befassen wird.

Um eine andere Art der Wissens- und Erfahrungsvermittlung geht es in "(Netz-)Politische Meinungsbildung mit Webvideo und YouTube". Denn wie und wo erklärt man Jugendlichen Netzneutralität? Wie begegnet man effektiv Strömungen wie #Pegida, ISIS und (rechten) Verschwörungstheorien? Wie erreicht man Menschen für regionales Engagement und Partizipation? Die Einbindung von YouTube-Größen und ihren Communities in Kampagnen, wie etwa "YouTuber gegen Nazis", hat bewiesen, dass politische Bildung gerade auch über einen Videokanal mit großer Reichweite funktionieren kann.

Nicht um User-generated Content wie bei YouTube, doch um eine andere Form der (Zusammen-)Arbeit von vielen über ein Netzwerk oder eine Plattform geht es beim "Kollaborativen Journalismus". Die anhaltende Wirtschaftskrise in Europa wird auch zu einer Herausforderung für den kritischen Journalismus, der mit Budgetkürzungen zu kämpfen hat – und damit auch Abstriche machen muss, etwa bei Recherchereisen. Länderübergreifende Vernetzungen von Journalisten und Medien können dabei helfen, ihre unabhängigen Positionen zu stärken. Welche Rolle können diese vernetzten Kooperationen den unabhängigen Journalismus in Europa bekräftigen? Wir stellen funktionierende Konzepte vor. Die Zukunft des Journalismus bleibt spannend!

Alle Sessions der Subkonferenz findet ihr mit dem Hashtag "journalism".

Bildnachweis: re:publica/Karen Cox "typewriter on beach vignette" (CC BY-ND 2.0)

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