Ein Plädoyer für eine Non-Profit Medienlandschaft

Media Convention
re:publica 2015

Kurzthese: 

Das Internet hat die Medienindustrie in die Krise gestürzt. Alle sind auf der Suche nach dem neuen Geschäftsmodell. Letztes Jahr kündigt der US Verlag McSweeney an, dass es von einem for-profit zu einem non-profit Unternehmen wandeln wird. In diesem Augenblick wurde mir klar: das ist die Lösung aller Lösungen für unsere Medienlandschaft. Non-Profit Unternehmen fokussieren sich nicht auf Gewinnmaximierung, sie primär der Gesellschaft deren Teil sie sind.

Beschreibung: 

1. Aktuelle Geschäftsmodelle und warum der Erfolg der neuen Medienhäuser trügerisch ist

Alle Medienhäuser stehen vor der Problematik gleichzeitig den Anspruch der Vierten Gewalt im Lande zu sein und von den Geldern derer zu leben über die sie berichten sollen. Dies ist keine neue Entwicklung, die erst mit dem Internet aufgekommen ist.

Um im Detail die Krise des Journalismus zu verstehen, müssen wir die Business Modele dieser Unternehmen verstehen. 

2. Non-Profit ist die Lösung

Ein wiederkehrendes Element für alle die mit der Buch-, Zeitung oder Zeitschriftenbranche spricht ist der Wunsch der Menschen in diesen Organisationen sich als mehr als nur Geschäftsleute zu sehen, die einen Verlag aus der Finanznot retten müssen. Sie sehen sich als Kulturschaffende und haben einen anderen Anspruch als die Abgesandten aus Silicon Valley.

An kaum einer Stelle wird dies so deutlich wie in der Auseinandersetzung zwischen Buchverlagen und Amazon. Während für die eine Seite ein Buch nichts anderes ist als eine Verkaufseinheit, wie ein Spiel, Ladekabel oder Windlen, ist es für die anderen vor allem Kulturbeitrag. Wer seine Vertrieb an Dritte abgibt, muss sich damit abfinden in einem Kapitalmarkt tätig zu sein und sich in diesem zu vergleichen. Hier kollidiert der Anspruch des Kulturschaffens mit der Realität des neoliberalen Marktes.

3. Ausblick

Es leicht zu glauben, dass Unternehmen wie Buzzfeed, die viele namhafte Journalisten einstellen die etablierten Medien überleben. Selbst eine New York Times bezieht noch 3/4 ihrer Einnahmen aus Printanzeigen.

Die mit Risikokapital finanzierten “Neuen” müssen sich ihren eigenen Problemen stellen. Den sie stehen unter dem Druck nicht nur profitabel sondern weit über den Durchschnitt hinaus profitabel zu sein. Andernfalls können sie ihre Investoren, die primär aus dem Silicon Valley kommen, nicht zufrieden stellen. 

Was muss passieren? Die Flucht aus dem Markt kann ein Befreiungsschlag sein mit dem die Industrie zu alter Stärke zurück findet.

STG-6
Mittwoch, 6. Mai 2015 - 14:15 bis 14:45
Deutsch
Vortrag
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